Ortschaften
Während sein Vater August Jernberg unter anderem für Stadtveduten bekannt war, verfolgte Olof Jernberg in seinen Landschaftsgemälden einen anderen Blick auf Örtlichkeiten. Es ging ihm weniger um die topografische Genauigkeit als vielmehr um die Einbettung in die Landschaft. Dies zeigt sich bei seinen Darstellungen des belgischen Küstenorts Knokke oder des rheinischen Angermunds, bei denen die Städte als bloße Silhouetten am Horizont zu sehen sind. Solche kleinformatigen Werke entstanden mittels Reisemalkästen und -staffeleien unmittelbar im Freien, im Angesicht des Motivs. Besonders der kleine, nahe Düsseldorf gelegene Ort Angermund weckte Jernbergs malerisches Interesse. In seinem künstlerischen Nachlass, der sich heute im Düsseldorfer Kunstpalast befindet, haben sich zahlreiche zeichnerische Studien erhalten, die den Ort aus verschiedenen Perspektiven zeigen. Neben mehreren Gemäldefassungen schlug sich dieses Interesse auch in einer grafischen Variante nieder.

"Blick auf Angermund im Winter"
Olof August Anders Jernberg
Den Ort Angermund machte Olof Jernberg mehrfach zum Motiv seiner Kunst. Jernberg zeigt ihn von Norden, im Vordergrund verläuft der Angerbach und in der Bildmitte erhebt sich der Kirchturm von St. Agnes.
Neben einer zweiten Gemäldefassung von Angermund im Winter haben sich im Nachlass des Künstlers mehrere Skizzen sowie eine Druckgrafik erhalten, die ebenfalls das idyllische Städtchen zeigen.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung

"Winterlandschaft mit Holzsammlern"
Olof August Anders Jernberg
Über einem schneebedeckten Waldstück erhebt sich ein in Rosa und Orange gefärbter Himmel. Das Licht ist gedämpft. Nur ein Pferdekarren, der mehrere Baumstämme geladen hat, belebt die Szene. Olof Jernberg ging es in diesem Gemälde wahrscheinlich weniger um die gezeigte Situation als die besondere, ruhige Lichtstimmung. Dieses Interesse verband Jernberg mit den französischen Impressionisten, die das Licht zum eigentlichen Hauptmotiv ihrer Gemälde erhoben.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung

"Winterspaziergang bei Kaiserswerth"
Wilhelm Fritzel
Wilhelm Fritzels Interesse an besonderen Lichtstimmungen, auch im Wechsel der Jahreszeiten, wird in seinem „Winterspaziergang bei Kaiserswerth“ deutlich. Er zeigt keinen schönen Wintertag, an dem der Schnee die Sonne reflektiert, sondern eine graue, wolkenverhangene Landschaft. Die drei Frauen auf dem Weg haben ihre Mäntel fest um die Körper geschlungen und scheinen sich in vorgebeugter Haltung gegen die Kälte zu stemmen.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung

"Bachlauf im Winter"
Helmuth Liesegang
Auch Helmuth Liesegang fand in den Niederrheinlandschaften einen umfangreichen Motivfundus für seine Gemälde. Im "Bachlauf im Winter" führt vom Vordergrund ein zugefrorener, von Kopfweiden gesäumter Kanal in die Bildtiefe, wo am Horizont eine kleine Stadt auszumachen ist. Das Bild ist komponiert: Der Bach führt den Blick zum Bildmittelpunkt, an dem sich die Landschaft der Kopfweiden mit dem Kirchturm der Ortschaft trifft. Das Ufer ist schneebedeckt und auch der Himmel weist ein graues, stellenweise ins Weiß tendierendes Kolorit auf, wodurch eine gedämpfte, ruhige Stimmung entsteht.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung

"Landschaft"
Olof August Anders Jernberg
Nahe des Ortes Angermund nördlich von Düsseldorf fand Olof Jernberg seit 1890 seine Motive in der eher unspektakulären Niederrheinlandschaft. Mehrfach machte er dabei den Angerbach zu seinem Bildmotiv. Auch diese Radierung zeigt den ruhigen Bachlauf, der s-förmig durch die flache Landschaft schwingt. Begleitet wird er von schlanken Bäumen, die neben dem niedrigen Ufer wachsen und sich in der glatten Wasseroberfläche spiegeln. Auf der linken Seite des Flüsschens verläuft ein Fußweg. Eine schlichte Holzbank lädt hier zum Verweilen und zum Blick auf die Wiesen ein, die Jernberg auf der rechten Seite andeutete.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung

"Herbstlandschaft mit Bachlauf und Dorf"
Olof August Anders Jernberg
Für seine „Herbstlandschaft mit Bachlauf und Dorf“ nutzte Jernberg einen klassischen Bildaufbau. Von der linken unteren Ecke verläuft ein Fluss in die Bildtiefe und führt damit den Blick des Betrachters vom Vorder- zu den Häusern im Mittelgrund. Zentrales Element ist eine Kirche mit einem hoch aufragenden Turm. Wahrscheinlich handelt es sich auch hier um das idyllische Angermund, das Jernberg mehrfach in seinen Gemälden aufgriff.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung

"Spazierweg am See"
Olof August Anders Jernberg
Ein besonderes Detail zeigt sich in Olof Jernbergs „Spazierweg am See“. In der Bildmitte befindet sich zwischen den Bäumen ein Telegrafenmast. Mitte des 19. Jahrhunderts hatte man nach und nach alle größeren Städte an das Telegrafennetz angeschlossen und vergrößerte dieses stetig. Jernberg stellt dabei die Technik nicht als Widerspruch zur Natur dar, sondern bindet diese in die Umgebung ein – sodass der Mast im ersten Moment nahezu zwischen den umliegenden Baumstämmen verschwindet.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung

"Markt am Burgplatz in Düsseldorf"
German Grobe
Szenen aus dem unmittelbaren Umfeld von Düsseldorf erfreuten sich Ende des 19. Jahrhunderts wachsender Beliebtheit bei den rheinischen Künstlern. German Grobe widmete sich diesem Motivkreis wahrscheinlich hauptsächlich während der Wintermonate, wenn er sich nicht an der Küste aufhielt, um die dortigen Menschen und Landschaften zu malen.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung

"Arbeiter am Fluss"
Olof August Anders Jernberg
Nur selten gibt Olof Jernberg mit seinen Gemälden einen Einblick in das städtische Leben. Eines dieser Beispiele sind seine „Arbeiter am Fluss“. Auf einem Steg stehen mehrere Arbeiter - welcher Tätigkeit sie genau nachgehen, bleibt aufgrund der Malweise undefiniert. Hinter am Ufer vertäuten Booten sind mehrere weißgetünchte Häuser sichtbar. In vielen großen Städten wurden im 19. Jahrhundert die Häfen erweitert, um der durch die Industrialisierung stetig anwachsenden Nachfrage nach Gütern gerecht werden zu können.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung

"Ein sonniger Herbsttag an der Gracht"
Olof August Anders Jernberg
Die stimmungsvolle Herbstlandschaft mit einer Stadtsilhouette am fernen Horizont und einer Gracht im Vordergrund, deren Ufer von hohen Bäumen gesäumt sind, ist topografisch nicht zu bestimmen. Die Staffagefiguren auf dem Weg sind nur flüchtig angedeutet.
Jernberg wollte in dem Bild nicht das alltägliche Leben auf dem Lande schildern, ihn interessierte vielmehr das nuancenreiche Wechselspiel von Licht und Farbe.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung

"Herbstspaziergang am See"
Gustav Wendling
Der „Herbstspaziergang am See“ gehört – soweit bisher bekannt – zu Gustav Wendlings frühesten Werken. Die Datierung 1887 legt nahe, dass das Werk in den USA entstand, wo Wendling zwischen 1886 und 1888, u. a. in Wisconsin, lebte. Die intensive Farbigkeit des Herbstlaubes mag auf den Indian Summer hindeuten, für den die Region auch heute bekannt ist. Wendling nutzte eine kleinteilige Malweise, was sich besonders am Blattwerk der Bäume und Sträucher zeigt. Hierfür setzte er kleine Pinselstriche tupfenartig nebeneinander.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung
Olof August Anders Jernberg
1855 Düsseldorf - 1935 Berlin
Wilhelm Fritzel
1870 Hamburg - 1943 Ohrensen/Stade
Helmuth Liesegang
1858 Duisburg - 1945 Leipzig
German Grobe
1857 Hanau - 1938 Düsseldorf
Gustav Wendling
1862 Büddenstedt - 1932 Königslutter am Elm