Carl Friedrich Lessing

1808 Breslau - 1880 Karlsruhe
Die Grundlagen seiner Erziehung erfuhr der Großneffe des Dichters Gotthold Ephraim Lessing durch eine harte, „spartanische Erziehung“ (Friedrich von Uechtritz) im Elternhaus. Als Student an der Bauakademie in Berlin war Lessing durch seinen Freund C. F. Sohn mit Wilhelm Schadow bekannt geworden. 1826 folgte er diesem an die Düsseldorfer Kunstakademie. Mit romantischen Landschaften machte er auf den Berliner Akademieausstellungen zunächst auf sich aufmerksam, wechselte aber schon bald ins Historienfach. 1829/30 legte er mit dem Fresko der „Schlacht von Ikonium“ in Schloss Heltorf von seiner besonderen dramatischen Begabung Zeugnis ab. Waren die Anfänge von gefühlvoll poetischen Sujets besetzt, so waren es bald historische Stoffe voller Handlung, die Lessing als bedeutendstes Talent der Zeit bezeichnen ließen. Im rheinischen Konfessionsstreit um den Kölner Erzbischof C. A. Droste zu Vischering 1837/38 wurden seine Bilder des böhmischen Freiheitskämpfers jan Hus als antikatholische Parteinahme gedeutet und führten zu Spannungen mit Schadow. 1846 widerstand Lessing der Berufung an die Frankfurter Städel-Schule, die seinen „Hus auf dem Konzil zu Konstanz“ erworben hatte. Wie mit Schadow hatte auch dort der zupackende Realismus Lessings zu einem Streit um Bilder mit Philipp Veit geführt. Auch die Nachfolge des nach Karlsruhe berufenen Freundes J. W. Schirmer in der Landschafterklasse der Düsseldorfer Kunstakademie schlug er aus, um dann allerdings 1857 Direktor der Großherzoglichen Galerie in Karlsruhe und nach dem Tod Schirmers 1863 auch der Akademie zu werden. Die ihm 1868 angetragene Leitung der Düsseldorfer Akademie nahm Lessing nicht an.

Heinrich von Angeli

1840 Ödenburg (Sopron/Ungarn) - 1925 Wien
Heinrich von Angeli zählt zu jenen jungen Malern, die aus dem Osten Europas zum Studium ins Rheinland kamen. Nach Anfängen an der Akademie der bildenden Künste Wien wechselte er 1856 nach Düsseldorf, wo er an der Kunstakademie bei Christian Köhler und Heinrich Mücke studierte und 1857-1859 Privatunterricht bei Emanuel Leutze erhielt. Einem kurzen Studium bei Karl von Piloty an der Akademie in München im Jahre 1858 folgte die Eröffnung seines eigenen Ateliers. Nach seiner Rückkehr nach Wien im Jahr 1862 hatte er große Erfolge als Historienmaler, vor allem aber als Porträtmaler. Mit steigendem Ruhm wurde er einer der bedeutendsten Porträtisten des Adels und an den Höfen Europas.

Friedrich Wilhelm Martersteig

1814 Weimar - 1899 Weimar
Martersteig begann seine Ausbildung zum Historienmaler 1829–1834 an der Dresdner Kunstakademie. 1834-1838 war er Schüler von Carl Ferdinand Sohn, Theodor Hildebrandt und Wilhelm von Schadow an der Düsseldorfer Akademie. 1838-1848 lebte Martersteig in Paris. Hier war er Assistent in den Ateliers von Paul Delaroche und Ary Scheffer. 1848 kehrte er nach Weimar zurück. 1849 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Preußischen Akademie der Künste berufen und durch den Weimarer Großherzog zum Professor ernannt. 1862 berief man ihn zum Präsidenten der Deutschen Kunstgenossenschaft. Seine bevorzugten Bildthemen stammen aus der Zeit der Reformation und des Dreißigjährigen Kriegs.

Hermann Freihold Plüddemann

1809 Kolberg - 1868 Dresden
Aufgewachsen in einer wohlhabenden, kulturell ambitionierten pommerschen Kaufmannsfamilie, erhielt Plüddemann seit 1828 bei Carl Begas an der Berliner Kunstakademie unterricht. Dort gelangte er auch in den Kreis Wilhelm von Schadows, der 1826 an die Düsseldorfer Akademie berufen worden war und seine Schüler mit sich nahm. Plüddemann folgte 1831 und traf u. a. auf A. Schroedter, C. F. Sohn und C. F. Lessing, den ihm Schadow besonders für historische Kompositionen empfahl. Nach Jahren in der Meisterklasse Schadows, Heirat und Familienleben in Düsseldorf schienen ihm die Verhältnisse dort aber so unbefriedigend, dass er im Revolutionsjahr 1848 als freier Künstler nach Dresden wechselte. In den folgenden Jahren blieb Plüddemann seinen alten Themen zu Columbus und Barbarossa treu und wandte sich auch Luther und der Reformation zu.

Moritz Berendt

1803 Berlin - nach 1860 Berlin
Berendt begann seine Ausbildung 1827 in Berlin im Atelier des nazarenischen Malers Wilhelm Wach. 1833-34 besuchte er die Düsseldorfer Kunstakademie und kehrte nach 1834 in seine Heimatstadt Berlin zurück. In Anlehnung an die Kunst der Nazarener malte Berendt überwiegend religiöse Szenen und Allegorien sowie zahlreiche Episoden aus dem Leben Martin Luthers. Zudem sind Genrebilder und Porträts von seiner Hand bekannt.

Alfred Rethel

1816 Diepenbend (bei Aachen) - 1859 Düsseldorf
Schon früh wurde das große Zeichentalent des jungen Afred Rethel erkannt. Im Alter von 13 Jahren wurde er an der Düsseldorfer Kunstakademie eingeschrieben. Hier studierte er u. a. bei Th. Hildebrandt, H. Kolbe und W. von Schadow, dessen Meisterschüler er 1834-36 war. Angeregt durch Zeichnungen und Gemälde von C. F. Lessing entwickelte Rethel früh Interesse an der Geschichtsmalerei, der er seit 1836 am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt a. M. unter P. Veit verstärkt nachging. Dort entfernte er sich vom frühen Vorbild der Düsseldorfer Seelenmalerei und bildete seinen individuellen, realistischeren Stil aus. Rethel war in Dresden, Düsseldorf und Aachen tätig. Sein Hauptwerk, die Karlsfresken im Kaisersaal des Aachener Rathauses, konnte er selbst nicht mehr fertigstellen, denn eine Gemütserkrankung brachte 1853 sein künstlerisches Schaffen zum Erliegen.

Joseph Wintergerst

1783 Wallerstein/Schrezheim (Ellwangen) - 1867 Düsseldorf
Wintergerst begann sein Studium 1804 an der Kunstakademie München und setzte es in Wien fort. Hier trat er dem Kreis um die Maler Friedrich Overbeck und Franz Pforr bei. Die Gruppe strebte eine Erneuerung der Kunst im Geiste des Christentums an. 1809 gaben sie der Vereinigung den Namen "Orden der Lukasbrüder" (Lukasbund). Dies war die Keimzelle der nazarenischen Kunst. 1811 bis 1813 hielt sich Wintergerst mit anderen Lukasbrüdern in Rom auf, wo er den späteren Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie Peter von Cornelius kennenlernte. Nach seiner Rückkehr aus Rom an verschiedenen Orten als Zeichenlehrer tätig, folgte Wintergerst 1822 einem Ruf an die Akademie in Düsseldorf und unterrichtete in der Zeichenklasse. Zwei Jahre später übernahm er das Amt des Akademieinspektors, womit ihm auch die Verwaltung der Sammlungsbestände übertragen wurde. Wintergerst hinterließ nur ein kleines Œuvre, vor allem religiöse Historiengemälde und Bildnisse.