Virtuelles Kunstmuseum –  Dr. Axe-Stiftung
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Seit den 1830er-Jahren gingen Maler wie Johann Wilhelm Schirmer oder Carl Friedrich Lessing in die Natur, um vor Ort ihre Eindrücke festzuhalten. In dieser frühen Phase griffen die Künstler nur einzelne Elemente auf und verbanden sie im Atelier zu großformatigen Landschaften. Mit der Zeit öffnete sich der künstlerische Blick vom einzelnen Element auf die Gesamtansicht. Es waren nun nicht mehr Details, sondern ganze Landschaften, die vor Ort gemalt wurden. Zudem postulierten zeitgenössische künstlerische Bewegungen die Bildwürdigkeit der heimischen Landschaft. Auch Eugène Dücker, Jernbergs Lehrer für Landschaftsmalerei an der Düsseldorfer Kunstakademie, hielt seine Schüler dazu an, sich unmittelbar an der Natur zu schulen, und so entdeckten die jungen Landschaftsmaler in der zweiten Jahrhunderthälfte die rheinische Umgebung als bildwürdiges Motiv. Dabei nutzte Jernberg die Umgebung auch, um die Landschaft im Wandel der Jahreszeiten und der sich verändernden Lichtverhältnisse abzubilden. 10 Kunstwerke
"Frühlingslandschaft" Hermann Bahner
Üppig blühende Apfelbäume dominieren den Eindruck von Hermann Bahners „Frühlingslandschaft“. Unter diesen verläuft ein karger Weg, auf dem ein Pferdewagen unterwegs ist, ein für Bahner typisches Element, der seine Landschaften gerne durch einzelne Staffagefiguren belebte. Wahrscheinlich entstand das Werk unmittelbar vor der Natur im Freien. Damit zeigt Bahner eine Arbeitsweise, die auch sein Privatlehrer Olof Jernberg oftmals nutzte.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung
"Sonniger Frühlingstag auf dem Lande" Olof August Anders Jernberg
Die kleine Landschaft „Sonniger Frühlingstag auf dem Lande“ ist im Gegensatz zu der großformatigen Landschaft mit der Schafherde direkt vor der Natur entstanden. Das Format von 46,5 x 34 cm entspricht der von Jernberg bevorzugten Größe für seine Freilichtstudien. Zudem weist das Bild in der unteren linken Ecke einen runden Abdruck in der Farbschicht auf, der von der Befestigung der Leinwand auf der Reisestaffelei stammt.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung
"Landschaft mit Blumenwiese" Olof August Anders Jernberg
Rote Mohnblumen, blaue Kornblumen und weiße Margeriten, eingerahmt von grünem Gras bestimmen den besonderen Farbeindruck von Olof Jernbergs „Landschaft mit Blumenwiese“, die etwa die Hälfte des Bildraums einnimmt. Ob Jernberg auf einer seiner Studienreisen spontan mit dem Motiv in Kontakt gekommen ist oder ob er zuvor z. B. Arbeiten seines Künstlerkollegen Fritz von Wille gesehen hatte, der Mohnfelder als besonderen Blickfang in einigen seiner Werke einsetzte, ist nicht mehr auszumachen.
Leihgeber:Privatbesitz
"Kopfweiden am Feldweg" Olof August Anders Jernberg
Die für den Niederrhein typischen Kopfweiden waren ein beliebtes Motiv unter den Düsseldorfer Landschaftsmalern. Neben Olof Jernberg setzten z. B. auch Helmuth Liesegang oder Max Clarenbach die knorrigen Bäume in ihren Gemälden um. Jernberg zeigt sie in seinen „Kopfweiden am Feldweg“ in Kombination mit der niederrheinischen Flachlandschaft und gibt somit ein Abbild seiner unmittelbaren Umgebung.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung
"Landschaft mit Birken" Olof August Anders Jernberg
Aus vielen kleinen nebeneinandergesetzten Pinselstrichen baut Olof Jernberg seine „Landschaft mit Birken“ auf. Das Bild ist vertikal in zwei Bereiche geteilt: Auf der rechten Seite mehrere Birken, deren ausladende Kronen nahezu den kompletten Bildraum einnehmen, auf der linken Seite öffnet sich der Blick auf eine sonnenbeschienene, in Grün- und Gelbtönen angelegte Landschaft.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung
"Herbst am Niederrhein" Olof August Anders Jernberg
Die Studie wurde von Jernberg direkt im Freien ausgeführt. Die Komposition ist durch strenge waagerechte und senkrechte Linien gegliedert. An manchen Stellen scheint der Malgrund durch, an anderen tritt die Farbe plastisch hervor. Der Pinselduktus wirkt dynamisch und folgt keiner einheitlichen Richtung, was durch die hier angewandte Nass-in-Nass-Technik noch betont wird. Trotz des unscheinbaren Motivs ist das Werk in der Ausführung durchdacht und komponiert.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung
"Niederrheinlandschaft (Wasserlandschaft bei Mehr)" Arthur Wansleben
Bei der kleinformatigen „Niederrheinlandschaft“ handelt es sich wahrscheinlich um eine Freilichtstudie. Diese nutzten die Künstler hauptsächlich, um besondere Licht- und Wetterverhältnisse festzuhalten. Laut der Beschriftung auf der Rückseite zeigt Arthur Wansleben hier die Umgebung von Mehr, einem heutigen Stadtteil von Rees im Kreis Kleve. Das Werk entstand 1912, also zu einer Zeit, als die Moderne im Rheinland längst angekommen war. Von diesen neuen Strömungen blieb Wansleben jedoch völlig unbeeindruckt, wie seine naturalistische Auffassung der Natur und des Wetters zeigt.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung
"Landschaftsstudie (Bewölkte Landschaft)" Olof August Anders Jernberg
In seiner „Landschaftsstudie (Bewölkte Landschaft)" setzte Olof Jernberg kurze beherzte Pinselstriche neben ausladende, geschwungene Formen, um mit der pastosen Farbe die Wolken und die Landschaft zu modellieren. Im Vordergrund nutzte Jernberg zusätzlich einen Spachtel, um die Farbe auf die Leinwand zu bringen. Zwischen den einzelnen Elementen wie dem dunklen Baum oder Strauch scheint immer wieder der Malgrund durch, wodurch die Malerei umso flüchtiger wirkt.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung
"Waldlandschaft" Olof August Anders Jernberg
Tiefes Schwarz sowie Braun-, Rot-, Gelb- und Blautöne kennzeichnen die herbstliche Waldlandschaft, die Jernberg nicht weniger expressiv ausführte als die „Winterlandschaft am Bach“. Bei der Gestaltung des Waldbodens erreichte der Künstler einen Abstraktionsgrad, der sich nur im Zusammenhang mit dem Gesamtmotiv noch gegenständlich deuten lässt.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung
"Winterlandschaft mit Rehwild am Bach" Olof August Anders Jernberg
Jernberg malte den Bachlauf wahrscheinlich von einer Brücke aus. Bemerkenswert ist die Farbigkeit der Winterlandschaft, denn das von links einfallende Sonnenlicht lässt die Bäume gelb und rot aufleuchten und den Schnee teils leuchtend weiß, teils goldgelb erstrahlen. Für die Darstellung der Schatten verwendete Jernberg ein kräftiges Blau. Dieselbe Ansicht ohne Rehwild schuf Jernberg auch als herbstliche "Waldlandschaft".
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung

Hermann Bahner

1867 Kaiserswerth - 1938 (Langen (Hessen)
Hermann Bahner nahm, nach einer Apothekerlehre, von 1890 bis 1892 Privatunterricht bei dem Düsseldorfer Landschaftsmaler Olof Jernberg. An der Kunstakademie war er, laut der Schülerlisten, nicht immatrikuliert. Wie seinen Lehrer Jernberg führten Bahner Studienreisen an die belgische und niederländische Küste sowie in den Künstlerort Katwijk aan Zee. Neben maritimen Motiven war es jedoch hauptsächlich die niederrheinische Landschaft, die Bahner zu seinen Kunstwerken inspirierte. Zwar reiste er später auch nach Italien, Griechenland, Syrien und Ägypten – in dieser Zeit entstanden einige Skizzen der Nilgegend – jedoch blieb seine unmittelbare Umgebung sein Hauptmotiv, auch nachdem er 1911 von Düsseldorf nach Hessen verzogen war. Quelle Fotografie: http://wiki-langen.de/index.php?title=Bahner,_Hermann

Olof August Anders Jernberg

1855 Düsseldorf - 1935 Berlin
Olof Jernberg, Sohn des schwedischen Genremalers August Jernberg (1826–1896) und einer der Mitbegründer des Künstler-Clubs Sankt Lucas, begann 1870 sein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie. Eugène Dücker, seit 1872 Leiter der Klasse für Landschafsmalerei, war mit seinen naturalistischen Küstenlandschaften für ihn prägend. Nach Abschluss seines Studiums verbrachte Jernberg ab 1880 zwei Jahre in Frankreich. Unter dem Eindruck der Freilichtmalerei der Schule von Barbizon vollzog sich ein deutlicher Wandel in seinem Werk. Nach Düsseldorf zurückgekehrt, arbeitete er ab 1882 als Hilfslehrer Dückers an der Kunstakademie. 1897 wurde er zum Professor ernannt und erhielt 1901 einen Ruf an die Königsberger Kunstakademie. 1918 wechselte er an die Hochschule für die Bildenden Künste in Berlin. Quelle Fotografie: "Svenskt Porträttgalleri XX - Arkitekter, Bildhuggare, Målare m.fl, 1901

Arthur Wansleben

1861 Krefeld - 1917 Düsseldorf
Der heute nahezu in Vergessenheit geratene Landschaftsmaler Arthur Wansleben zählt zur jüngsten Generation der Düsseldorfer Malerschule. Bereits als Schüler erhielt er in Krefeld seinen ersten Malunterricht. 1881 bis 1887 studierte er an der Düsseldorfer Kunstakademie. Von 1883/84 bis 1887 besuchte er die Landschaftsklasse von Eugène Dücker, der ihn maßgeblich prägte. Angeregt durch den Lehrer unternahm Wansleben Studienreisen nach Nord- und Mitteldeutschland, in die Niederlande – 1885 ist er in Katwijk und 1913 in Haarlem nachgewiesen – und nach Jütland. Arthur Wansleben setzte sich aktiv für die Künstler in Düsseldorf ein: So war er u. a. Begründer und zeitweilig Vorstandsmitglied der Freien Vereinigung Düsseldorfer Künstler und erster Vorsitzender des Vereins zur Veranstaltung von Kunstausstellungen. Ab 1884 gehörte er dem Künstlerverein Malkasten an. Arthur Wansleben wurde nur 56 Jahre alt. Im Kaiser-Wilhelm-Museum Krefeld fand nach seinem Tod im Jahr 1917 eine Gedächtnis-Ausstellung statt. Quelle Foto: Rhein und Düssel, 1912 (24.2.1912), Nr. 8, S. 64.
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