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Skandinavien

Olof Jernbergs Vater, August Jernberg, stammte gebürtig aus Schweden, wo er an der Akademie von Stockholm zum Maler ausgebildet worden war. Seit der Jahrhundertmitte hatte sich aufgrund der im Vergleich zum skandinavischen Raum besseren Ausbildungs- und Verdienstmöglichkeiten in Düsseldorf dort eine Gruppe schwedischer und norwegischer Künstler zusammengeschlossen. In diesem Umfeld wuchs Olof Jernberg auf. Bereits 1878 brach er zu seiner ersten Schwedenreise auf. Dass er unter anderem auf der westschwedischen Insel Marstrand war, bezeugt das gleichnamige, leider undatierte Gemälde. Die während der Reise gewonnenen Eindrücke sollten sich in seinen Landschaften in Form von felsigen Küsten und rauen Wellen widerspiegeln. Allgemein erfreuten sich nordische Motive seit der Jahrhundertmitte sowohl bei den Kaisern Wilhelm I. und Wilhelm II. als auch im bürgerlichen Milieu großer Beliebtheit. Viele Künstler reisten in die nordischen Regionen und erschlossen diesen Motivschatz für sich. 6 Kunstwerke
"Rast an der Felsenküste" Skandinavien
Auch die kleinformatige Studie „Rast an der Felsenküste“ könnte im Kontext einer von Olof Jernbergs Schwedenreisen entstanden sein. Mit ihrem grau-braunen Kolorit und der von links ins Meer ragenden steinigen Küste lässt sie an die Landschaft Skandinaviens denken. Auch dieses Motiv wird vor Ort entstanden sein, wofür nicht nur die kleinen Maße des Bildträgers sprechen, sondern auch die nass in nass ausgeführte Malweise. Diese erkennt man an den Farben, die nicht streng nebeneinander aufgetragen wurden, sondern ineinander übergehen.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung
"Marstrand" Olof August Anders Jernberg
Anders als in anderen Schaffensphasen versah Olof Jernberg die während seiner Skandinavienreisen gemalten Werke häufig mit Datums- und Ortsangaben. Die Arbeit „Marstrand“ schuf er folglich an der Westküste Schwedens. In einer ruhigen Szene zeigt Jernberg den Blick vom Festland aufs Meer und die umliegenden Inseln. Die Landschaft im Vordergrund ist karg und besteht aus nicht mehr als stellenweise von flachen Pflanzen bewachsenen Steinen.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung
"Felsküste mit zwei Segelbooten am Horizont" Olof August Anders Jernberg
Hier ist das Hauptmotiv die See, deren Wellen sich an den großen, dunkelbraunen Steinen brechen, die den Bildraum an der linken Seite begrenzen. Die Steine und der gerade Horizont erinnern an Gemälde von Jernbergs Lehrer an der Düsseldorfer Kunstakademie Eugène Dücker und an dessen „Dücker-Linie“. Ebenso könnte das Motiv jedoch auch auf eine Inspiration von Olof Krumlinde zurückgehen, den Jernberg während seiner Schwedenreise im Spätsommer 1878 getroffen hatten und der ein ähnliches Motiv umgesetzt hatte.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung
"Pavillon am See" Olof August Anders Jernberg
In pastelligen Farben zeigt Jernberg ein kleines Waldstück mit einem angrenzenden See. Jernbergs ruhige, beschauliche Landschaft hat kaum etwas gemein mit dem Bild der unberührten, rauhen Natur Skandinaviens, das im 19. Jahrhundert noch vielfach verbreitet war. Die Arbeit hatte Jernberg zuvor in einer Zeichnung vorbereitet, die sich heute im Kunstpalast, Düsseldorf, befindet. Diese hatte Jernberg nahezu unverändert in sein Gemälde übernommen.
Leihgeber:Privatbesitz
"Badevergnügen" Olof August Anders Jernberg
Das „Badevergnügen“ ist das dem französischen Impressionismus am nächsten stehende Werk Jernbergs in der Sammlung der Dr. Axe-Stiftung. Allerdings steht das Motiv der Badenden hier nicht im Zentrum. Die Figuren sind so klein und wenig detailliert dargestellt, dass sie eher als belebende Staffage dienen. Das Nacktbaden, das im dünn besiedelten Skandinavien immer schon verbreitet war, fand um 1900 im Zuge der Lebensreform auch im Raum Berlin sowie an der Nord- und Ostsee vermehrt Anhänger.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung
"Im Raftsund" Georg Macco
Das Hochgebirge gehörte zu Georg Maccos bevorzugten Sujets. Während seinen Skandinavienreisen waren es folglich die beeindruckenden Fjorde, die seine Aufmerksamkeit fesselten. So auch in dem 1909 entstandenen Gemälde „Im Raftsund“, das die Wasserstraße zwischen den Lofoten und der Inselgruppe Vesterålen zeigt. Im Vordergrund ist das ruhige Wasser zu sehen, auf dem sich ein Segelboot und ein Dampfschiff befinden. Im Hintergrund ragen die teils schneebedeckten Berge in den Himmel und zeugen von Maccos geologischem Interesse.
Eigentümer:Dr. Axe-Stiftung

Skandinavien

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Olof August Anders Jernberg

1855 Düsseldorf - 1935 Berlin
Olof Jernberg, Sohn des schwedischen Genremalers August Jernberg (1826–1896) und einer der Mitbegründer des Künstler-Clubs Sankt Lucas, begann 1870 sein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie. Eugène Dücker, seit 1872 Leiter der Klasse für Landschafsmalerei, war mit seinen naturalistischen Küstenlandschaften für ihn prägend. Nach Abschluss seines Studiums verbrachte Jernberg ab 1880 zwei Jahre in Frankreich. Unter dem Eindruck der Freilichtmalerei der Schule von Barbizon vollzog sich ein deutlicher Wandel in seinem Werk. Nach Düsseldorf zurückgekehrt, arbeitete er ab 1882 als Hilfslehrer Dückers an der Kunstakademie. 1897 wurde er zum Professor ernannt und erhielt 1901 einen Ruf an die Königsberger Kunstakademie. 1918 wechselte er an die Hochschule für die Bildenden Künste in Berlin. Quelle Fotografie: "Svenskt Porträttgalleri XX - Arkitekter, Bildhuggare, Målare m.fl, 1901

Georg Macco

1863 Aachen - 1933 Genua
Genauso wie sein Großonkel Alexander Macco schlug auch Georg Macco eine künstlerische Laufbahn ein. Er lernte von 1880 bis 1886/87 an der Düsseldorfer Kunstakademie, darunter ab 1882 als Schüler in der Landschaftsklasse von Eugène Dücker. Anschließend zog Macco nach München und erweiterte sein Wissen durch ein Studium der Ästhetik, Astronomie, Geologie und Zoologie. 1888 kehrte Macco nach Düsseldorf zurück, wo er bis zu seinem Tod sesshaft blieb. Als Landschaftsmaler unternahm er vielfältige Reisen unter anderem nach Italien, Ägypten, Palästina, den Libanon, Norwegen und Spitzbergen.
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