Wilhelm (Willy) Spatz

1861 Düsseldorf - 1931 Düsseldorf
Willy Spatz, der an den Kunstakademien in Düsseldorf und München ausgebildet worden war und mehr als 30 Jahre als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie lehrte, war auf die religiöse und profane Figurenmalerei spezialisiert. Bekannt ist er heute noch durch die monumentalen Wandgemälde, die er in der Kapelle von Schloss Burg an der Wupper und im Sitzungssaal des Düsseldorfer Oberlandesgerichts ausführte. Seinen Zeitgenossen galt Willy Spatz als origineller Erneuerer der Historienmalerei, der zwischen Realismus und Jugendstil unkonventionelle künstlerische Wege ging. Seit 1893 beschickte Spatz regelmäßig Verkaufsausstellungen in Deutschland mit seinen Bildern und Grafiken, die den Rezensenten in den Kunstjournalen häufig eine Kommentierung wert waren. An den Dezember-Ausstellungen des Sankt Lucas-Clubs beteiligte er sich spätestens seit 1895, in den Grafikmappen ist er jedoch nicht vertreten.

Theodor Rocholl

1854 Sachsenberg (Waldeck) - 1933 Düsseldorf
Theodor Rocholl beteiligte sich an der ersten Ausstellung des Sankt Lucas-Clubs bei Eduard Schulte im Dezember 1892 mit einem Schlachtenbild und zwei militärischen Szenen. Für die Grafikmappen der Jahre 1893 und 1894 steuerte er drei Radierungen bei, die seines dynamische Handschrift und kompositorische Originalität bezeugen. Rocholl war einer der bekanntesten deutschen Militär- und Schlachtenmaler im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Der Sohn eines evangelischen Theologen studierte Malerei in Dresden, München und Düsseldorf. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Breslau gelang es Rocholl ab 1885 die Nachfolge des preußischen Armeemalers Wilhelm Camphausen (1818-1885) einzunehmen. Zunächst mit retrospektiven Gemälden zu den Ereignissen des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 erfolgreich, wandte er sich dann als Kriegsberichterstatter zeitgenössischen Themen zu: Er begleitete 1897 den Griechisch-Türkischen Krieg, 1900/01 den deutschen Chinafeldzug und 1910/11 den Türkisch-Albanischen Krieg. Auch an den kriegerischen Auseinandersetzungen in Albanien 1914 und am Ersten Weltkrieg an der Westfront nahm er als Chronist teil. Die vor Ort gefertigten Skizzen verarbeitete Rocholl in seinem Atelier zu lebendig-realistischen Ereignisbildern.

Friedrich August Deusser

1870 Köln - 1942 Konstanz
Auch August Deusser zählt zu den Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie. Er malte bevorzugt Kavallerie-Soldaten bei militärischen Übungen am Rhein und realistischen Sujets aus dem bäuerlichen Leben sowie Landschaften und Porträts. Die Heirat mit der vermögenden Malerin Elisabeth Eugenie Albert 1902 sicherte ihm die finanzielle Unabhängigkeit. Wie sein Vorbild Max Liebermann verfolgte Deusser den Anschluss an die zeitgenössische Malerei der französischen Avantgarde. 1901 wird er erstmals in dem Sonderheft der Zeitschrift „Die Rheinlande“ als Mitglied des Sankt Lucas-Clubs genannt. In diesem findet sich von ihm die Darstellung eines Pflügers, ein Motiv, das er neben Soldaten zu Pferde und Freizeitreitern häufig variierte. In die Kunstgeschichte ging August Deusser neben Julius Bretz, Max Clarenbach, Walter Ophey u. a. vor allem als einer der Mitbegründer des Sonderbunds ein, der seit 1908 mit viel Engagement und Weitblick die avantgardistische Kunst im Rheinland förderte.

Peter Philippi

1866 Trier - 1945 Rothenburg ob der Tauber
Die Familie des Malers Peter Philippi unterhielt am Hauptmarkt in Trier eine angesehene Buchhandlung, die nach mehr als 100 Jahren 1983 geschlossen wurde. Die spätbiedermeierliche Ausstattung des Ladenlokals mit den darüber liegenden Wohnräumen inspirierten den jungen Künstler zu vielen seiner Bilder. An der Düsseldorfer Kunstakademie ausgebildet, zog Philippi 1906 ins pittoreske Rothenburg ob der Tauber, wo er bis zum Ende seines Lebens ansässig war. Der älteren Traditionslinie der Düsseldorfer Akademie und Vorbildern wie Ludwig Knaus, Benjamin Vautier, Hugo Oehmichen u. a. folgend, verschrieb sich Philippi einer präzise ausgeführten anekdotischen Genremalerei in tonigen Farben. Unbeeinflusst von zeitgenössischen Umbrüchen und Kunstströmungen hielt er sich über Kaiserzeit und zwei Weltkriege hinweg bis zu seinem Tod an diese behaglich-idyllische Kleinmalerei, die perfekt in die Kunstdoktrin des Dritten Reiches passte. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Philippi mit Ehrungen überschüttete und 1944 in die „Gottbegnadeten-Liste“ (Führer-Liste) der wichtigsten Maler des NS-Staates aufgenommen.